Vortrag im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse

Wednesday, March 11th, 2009 by Tobias Deutsch | Presentations

Simulation des psychoanalytischen Modells auf dem Computer

Dietmar Dietrich, Brit Müller, Tobias Deutsch und Roland Lang

Der Artikel zum Vortrag kann hier downgeloaded werden: .pdf.
Die Folien zum Vortrag finden Sie hier: .pdf.

Moderation: Wolfgang Groysbeck
Donnerstag, 19. März 2009, 20 Uhr, c.t.
Salzgries 16/3a, 1010 – Wien

Ist das menschliche Gehirn auf dem Computer simulierbar? Mark Solms, der sich klar zu den Monisten zählt, schreibt: Das Gehirn ist kein Computer. Werden Millionen von Euro trotzdem für eine Utopie ausgegeben? Oder geht Sigmund Freuds Wunsch in Erfüllung, dass seine Modellierungen in der Naturwissenschaft nicht nur eine Basis für weitergehende Forschungsarbeiten finden, sondern seine Ergebnisse größtenteils belegt werden können?


Bisher hat die Technik, im speziellen die künstliche Intelligenz (heute nennt sich eine der abgespaltenen Strömungen: {technische} kognitive Wissenschaft), keine Notiz von der Psychoanalyse genommen, noch mehr, sie hat sie mit der Unterstützung vieler Psychologen ignoriert, in der Wissen-schaft eigentlich ein Novum. Das hätte nie passieren dürfen, ist doch der Part “Related Work” ein Muss jeder wissenschaftlichen Arbeit, und darin hätte die Psychoanalyse immer wieder angesprochen werden müssen. Aber nein, es ist einfach so gut wie nicht geschehen, und dies nun seit über 60 Jahren, ohne dass dies jemand ernsthaft moniert hat.

Dietmar Dietrich, Ordinarius für Computertechnik an der Technischen Universität Wien, hat vor ca. 10 Jahren auf einer internationalen Konferenz erstmals auf dieses Problem hingewiesen. Die darauf folgenden Diskussionen und Dissertationen machten deutlich, dass die Integration der Psychoanalyse in die Technik eine gewaltige Chance für beide Fachrichtungen beinhaltet – zumindest von der wissenschaftlichen Seite aus betrachtet. Er gründete deshalb ein Team von Technikern  (Elektrotechniker und Informatiker) und Psychoanalytikern. In der Zwischenzeit wurden viele Diplomarbeiten und Dissertationen geschrieben, die ersten theoretischen Ergebnisse liegen vor, im Sommer sollen die ersten praktischen Simulationsergebnisse veröffentlicht werden.

Der hier angekündigte Vortrag hat zum Ziel, vor allem Nichttechnikern das Projekt vorzustellen und die Machbarkeit vor Augen zu führen, ist doch die Psychoanalyse der letzte Bereich, in dem der Computer bisher keine Bedeutung hat. Dietrich ist davon überzeugt, dass die Modellierungsversuche von Sigmund Freud nicht nur der Technik zu einem enormen Aufschwung verhelfen werden, sondern auch die Psychoanalyse wird davon langfristig einen merklichen Nutzen haben. Auf all das wird im Vortrag eingegangen.

Mitarbeiter des ARS-Teams sind: Dietmar Bruckner, Dietmar Dietrich, Tobias Deutsch, Edgar Holleis, Roland Lang, Clemens Muchitsch, Brit Müller, Nauman Qadeer, Anna Tmej, Heimo Zeilinger, Tehseen Zia, Gerhard Zucker
Berater des ARS-Teams sind: Elisabeth Brainin, Dorothee Dietrich, Georg Fodor, Samy Teicher

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